Chapter

Kapitel 1

Während der letzten Unterredung, die ich mit dem Chef vor meiner Abreise in der »Tiger«-Angelegenheit hatte, hab' ich den Kleinen zum erstenmal gesehen. Der Chef hatte mir mächtig zugesetzt – so unbarmherzig, daß mir einfach nichts anderes übrigblieb, als zum Fenster hinauszustarren, und dabei sah ich den Kleinen mitten in der schönsten Keilerei. Doch erst will ich vom Chef erzählen – man soll ja immer mit dem Wichtigsten beginnen, und das ist nun einmal mein Chef. Er hatte den Rock ausgezogen und die Hemdärmel bis zu den Ellbogen über den behaarten Unterarmen aufgekrempelt, in den Falten seiner klobigen Stirne standen Schweißtropfen. So schwitzte er selbst im kältesten Winter, wenn er aufgeregt war, und nicht aufgeregt hab' ich ihn nur zweimal im Leben gesehen – das war die beiden Male, als er sagte: »Joe Warder, du hast deine Sache gut gemacht!«. Die übrigen Tage von den fünf Jahren, die ich mit ihm bis jetzt zu tun gehabt, hat er immer geschwitzt, geflucht, getobt und mich durch riesige blaugraue Tabakswolken hindurch, mit denen er sich einnebelte, angebrüllt. Heute war seine Stimmung so bedenklich, daß seine Zigarre unter dem Druck seiner feuchten Finger einen Knick bekam. »Auf der mexikanischen Seite der Grenze habe ich weder Einfluß, noch Machtbefugnisse«, erklärte ich ihm, »denn dort sind mein Amt und mein Abzeichen des Kommissars doch ohne jeden Wert.« »Natürlich ist

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