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Erstes Buch: Der Irrwisch (Kapitel 1)

»Grüß Dich Gott, Du schöner, Du stolzer Strom! Wie Deine Fluthen so eilfertig ihren Weg nordwärts verfolgen, um sich dem ewig regsamen Ocean zuzugesellen! Du lieber, Du unermüdlicher Strom! Von Dir mag ich's gelernt haben, daß es mich forttreibt rastlos von Ort zu Ort, um vielleicht nach vielen langen Jahren erst zur Ruhe zu gelangen. Dir ist Ruhe fremd. Wie vor tausend Jahren wandelst Du immer noch jugendkräftig Deine gewundene Bahn, unbekümmert, ob glühender Sonnenschein sich in Dir badet, ob unermeßliche Eislasten Deinen Rücken beschweren; heute, wie vor dreiundzwanzig Jahren, als ich zum letztenmal sorglos über Dich hinschaute, als Kind Dir geringschätzig den Rücken kehrte, ahnungslos, wie oft in späteren Jahren die Sehnsucht nach Dir mich verzehren würde.« Solche Betrachtungen erfüllten einen jungen Mann, der an einem sonnigen Septembertage von der Stadt aus auf dem Rheinufer stromabwärts wandelte und endlich auf einem hervorragenderen Punkte stehen blieb. Die Ruhe und Einsamkeit ringsum mochten ihn anheimeln; denn er stieg von dem Leinpfad auf einen massiv errichteten Eisbrecher nieder, der gegen dreißig Fuß weit in das Strombett hineinragte. Fast am äußersten Rande desselben warf er sich im Schatten eines Schlehdornbusches auf den Rasen. Seine erste Kindheit hatte er in dieser Gegend verlebt, und so fand er leicht Anknüpfungspunkte für seine Gedanken, daß er das Enteilen

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