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Der Schatz des Kurfürsten

Das Jahr 1807 nahte sich seinem Ende. Napoleon hatte durch einige neue blutige Schlachten, durch einige neue Vergewaltigungen empörter Völker im Laufe desselben die Welt seinem großen Ziele, der Herrschaft des ewigen Friedens, um mehrere Etappen näher gebracht. Er hatte in demselben Gedanken, in seinem rastlosen Drang, die Segnungen der Civilisation zu sichern – so priesen es die kaiserlichen Hofrhetoren – ein ganz neues Königreich geschaffen. In Ermangelung eines besseren hatte er ihm den Namen Westphalen gegeben. Die Hauptstadt dieses „Westphalens“ war die alte Landgrafenresidenz Cassel geworden. Seine Provinzen waren aus aller Herren Ländern zusammengeschnitten; die Grenzen waren von der Willkür gezogen worden, und dieselbe Willkür hatte einen hoffnungsvollen jungen Marineofficier als König desselben angestellt, dem der zusammengeflickte Herrschermantel vortrefflich zu seinem krausen Haar und seinem lustigen Italienergesichte stand. Der Hof des „niedlichen Königs“ Jerôme residirte auf der Wilhelmshöhe, die nun die Napoleonshöhe hieß; hoch über dem Frontispiz des Schlosses erhob sich eine schlanke Fahnenstange und daran flatterte die französische Tricolore, mit dem neuen Wappen des neuen Königs eines neuen Reiches in der Mitte. Der junge Seemann ließ lustig seine Flagge wehen, dem scharfen, kalten Nordwinde zum Trotz, der zornig über den Habichtswald herüberblies und sie hin-

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