Chapter

Der Schäferkarren

Der Dreher Remigius Wolf war nach sechs Jahren Krieg in die Heimat zurückgekehrt, in sein Dorf an der Saar, das jetzt in den schweren Herbstnebeln des Flusses lag. Das Haus seiner Eltern, in dem er bis zum Beginn der Schrecken mit seiner Mutter gelebt hatte, war gegen Ende des Krieges durch Granaten zerstört worden. Seine Mutter war während der ersten Räumung des Landes irgendwo in Thüringen gestorben. So lebte er im Hause seiner Schwester, die einen Bergmann geheiratet hatte. Es war ein kleines Haus, das durch den Krieg da zu einem Riss und da zu einem Loch gekommen war. Aber der Schwager hatte die Schäden notdürftig beseitigt. Es zog nirgends hinein und nicht nur die Menschen hatten warm darin, sondern auch die Ziege, das Schwein und die Katze. Durch das Fenster der Küche sah man in den Garten hinaus. Hinter dem Garten lag die Wiese und an die Wiese stiess der Wald, den man an Sturmtagen rauschen hörte und aus dem in dunklen Nächten die Schreie von Tieren zu hören waren. Es war also ein Haus am Rande des Dorfes und das war gut. Denn die Menschen des Dorfes waren durch all die Schrecken des Krieges hart und neidisch geworden. Einer sah dem andern nicht nur auf die Schuhe, ob sie noch ganze Sohlen hätten, und auf die Rockärmel, ob sie an den Ellbogen noch nicht geflickt wären, sondern auch auf den Gürtel, ob er schon so eng gezogen wäre wie der eigene, und auf das Gesicht, ob

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