Chapter

Der Salutist

Polternd schmetterten die Kieselsteine in dichtem Hagel an die Fensterläden des Hauses, in welchem die Salutisten sich versammelt hatten. Umsonst versuchte der Pfarrer die wütende Menge zu besänftigen. Der einzige Polizeidiener des Städtchens saß im Wirtshaus «Zum goldenen Adler», ins Kartenspiel vertieft und sich weislich hütend, seine herausfordernde Figur der Menge zu zeigen. Neben der Salutistenherberge aber, im Schloßgarten, stand die Herrin mit ihren zwei bildschönen Töchtern am Straßengitter, schreckensbleich, doch gefaßt, kraft ihrer Anwesenheit verhütend, daß der Zorn sich seitwärts nach dem Eigentum des beneideten Aristokraten verirre. Unter den Leitern des Angriffes befand sich ein blutjunger Uhrenmacher, Pierre Grosjean mit Namen, welcher, die Pfeife im Mundwinkel, die Mütze auf dem Hinterkopfe, seelenvergnügt den Krawall mit kurzen Zurufen anfeuerte, die Hände nachlässig in den Hosentaschen behaltend. Die meiste Zeit bemühte er sich nicht selber mit dem Zerstörungswerk; nur dann, wenn es dem Pfarrer nach unsäglicher Mühe gelungen war, auf einer Seite den Steinregen zum Aufhören zu bringen, suchte er im Pflaster, wählte einen Kiesel von der Größe eines Kindskopfes, drehte ihn eine Weile schmeichelnd in der Hohlhand und jagte ihn schließlich mit solcher Gewalt an den nächsten Laden, daß die Fensterscheiben dahinter klirrend auseinander prasselten. Ein Mädchen zwängte

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