Chapter

Der Sager

Es war am Spätherbstabend nach einer sehr ermüdenden Treibjagd. Man saß schon lange gemächlich im Rauchsalon beim schwarzen Kaffee; den jungen Damen entschwand mehr und mehr die Hoffnung, daß es noch zu einem Tänzchen kommen werde. In schleppendem Tempo drehte sich die Unterhaltung um lauter rasche Dinge: Luftfahrzeuge, Autos, Rennpferde, und geriet endlich – wieso, hätte niemand sagen können – ins Gebiet des Übernatürlichen. Ahnungen, eingetroffene Prophezeiungen kamen an die Reihe; zuletzt tauchten sogar Gespenster auf. Die Hausfrau zwang sich, ernst dreinzusehen: «Ach die! Von dem Glauben an die Gespenster hat mich schon meine alte Kinderfrau geheilt. Denn, sagte sie, nackt gehen sie nicht, und wer möchte ihnen Kleider machen?» Einige lachten, andere meinten, das sei eben ein Kinderfrauenscherz, und damit ließe sich «so etwas» nicht abtun. Ein langer, dürrer Staatsbeamter mit dem Profil einer Krähe faßte die Hausfrau, die bürgerlicher Abkunft war, scharf ins Auge und sprach belehrend: «Gespenstische Erscheinungen sind nichts mehr und nichts weniger als eine Tatsache. Familientraditionen uralter, erlauchter Geschlechter verbergen sie.» Die liebenswürdige und geistreiche Frau verstand die Belehrung und erwiderte: «Ja, wenn ich nicht so skeptisch wäre! Vielleicht ließe ich dann gelten, daß Familientraditionen gute Bürgen sind. Übrigens – und das ist nun mein Ernst – wenn ein

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