Erster Teil
Frau Espel ging noch einmal durch die sauberen, behaglichen Räume der neuen Behausung. Dann kam sie zu ihrem Mann in das Wohnzimmer, wo über dem Familientisch eine Lampe mit dunkelgrünem Schirm brannte. »Nun, Oskar, wie gefällt's dir?« Sein blasses Gesicht überflog ein helleres Lächeln. Er faßte sie bei der Hand, zog sie neben sich auf das Sofa und legte den Arm um ihre Schultern. »Du bist eine kleine Zauberin,« sagte er gerührt und strich ihr liebkosend über das Blondhaar. »Mit bescheidenen Mitteln hast du trotz der harten Zeit alles so schön gemacht. Wir wohnen hier so angenehm, wie ich es nie erwartet hätte.« Ihre Augen leuchteten. »Ich möchte, daß du alles vergißt, was dich in der Großstadt so heruntergebracht hat. Du warst im Geschäft immer zu viel angestrengt und konntest dann nicht einmal daheim in der unruhigen Straße Ruhe finden. Das hat ja auch der Arzt gesagt. Hier in dem stillen, ruhigen Häuschen am Stadtrand bei der besseren Luft wirst du dich bald erholen, und wir werden glücklich sein.« Sie legte den Kopf an seine Schulter und schaute liebevoll zu ihm auf. »Glücklich!« wiederholte er sinnend, als ob er sich selber überreden wollte, den letzten Zweifel aufzugeben. Er war doch in der letzten Zeit unter der drückenden Arbeit ein rechter Hypochonder geworden. Das sollte nun hier alles anders werden. Oskar Espel trat zum Fenster und öffnete einen Flügel. Kühle