Der Rote Reiter
Die Subalternoffiziere von Fort Crockett pflegten in der Kantine zu dinieren. Anfänglich, aber nur anfänglich, hatte Leutnant Ranson einen schlechten Witz nach dem andern über das merkwürdige Offizierskasino gemacht. Mit einer gewissen Berechtigung. Wie überall auf den einsamen Militärposten des amerikanischen Westens war auch in Fort Crockett die Kantine das einzige Bindeglied zwischen kaufendem Konsumenten und verkaufendem Produzenten – ein Restaurant, ein Klubraum, ein Warenhaus, vollgepfropft mit den Tausenden von Dingen, deren die Soldaten des Forts und die Indianer der Reservation bedurften. Und weil die Kantine so vielseitig war, haperte es mit dem Platz! Der Tisch der Offiziere war eingezwängt zwischen riesige Syrupfässer und die glühende Hitze eines offenen Kaminfeuers; der Ladentisch diente ihnen als Büfett; ein Billard, dessen grünes Tuch mit Flecken aller Farben gesprenkelt war wie eine Inselkarte der Großen Seen, mußte den Anrichtetisch ersetzen; Pete, der Indianer, fungierte als Haushofmeister und servierender Kellner. All' diese unbequemen Kleinigkeiten jedoch schwanden zu einem Nichts zusammen gegenüber der allein wichtigen und allein maßgebenden Tatsache, daß jeden Abend Mary Cahill der Tafel präsidierte und durch ihre bloße Gegenwart die einfache Mahlzeit in ein üppiges Bankett verwandelte. Mary Cahill war die Tochter des Fort-Händlers. (So wurde der Inhaber