Chapter

Der rote Komiker

Sein Name war Lux. Man sollte diesen Namen mit lateinischen Lettern schreiben: LUX – das Licht. Er trug diesen Namen mit Recht. Denn er leuchtete wie der Tag. Nein, wie die Morgenröte! So feuerfarben! Wahrhaftig, er hatte ein brandrotes Fell. Und war ein Dackel. Ein junger. Das blieb er auch. Alt ist er nicht geworden. Sein Schicksal war ihm vorherbestimmt. Er hat es erfüllt. Nach zwei vergeblichen Versuchen gelang es ihm. Und das kam so, weil er auf die Welt eine Marotte mitgebracht hatte, keinem Ding des Lebens aus dem Wege zu gehen. An einem Menschen nennt man es Mut und Unerschrockenheit – besonders, wenn dieser Mensch das Glück hat, daß die harten Dinge des Lebens ihm aus dem Wege gehen. Doch an dem kleinen Luxerl mußte man dieses wunderliche Beharrungsvermögen als Dummheit bezeichnen. Unleugbar war es auch eine. Als wir ihn bekamen, war er noch kaum ein Vierteljährchen alt. Und so klein! Meine hohle Hand diente ihm häufig als bequemer Fauteuil. Aber ich hütete mich stets, dieses Kunststück übermäßig lange auszudehnen. Und da wäre nun gleich eine passende Gelegenheit, um zu registrieren, daß er sich die Stubenreinheit niemals völlig aneignete. Nicht aus angeborener Liebe zum Unsauberen. Er wurde nur leider für dieses Erziehungsresultat nicht alt genug. Nun ist er bereits seit fünfundzwanzig Jahren tot, und man könnte ihn vergessen haben, ohne den Vorwurf der

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