Das Gasthaus des Viscarrués
1. Auf dem rechten Ufer des Ebro, fünf Meilen von Saragossa, befindet sich eine alte Stadt, die zu Zeiten der Römer, welche sie gegründet hatten, Juliobriga genannt wurde, wie dies aus mannigfachen historischen Dokumenten und aus aufgefundenen Steininschriften ersichtlich ist. Im Laufe der Zeiten ward der stolze Name in das bescheidenere Fuentes del Ebro (Ebroquellen) abgeändert und so blieb er durch Hunderte aragonesische Generationen bis auf unsere Zeit erhalten. Obgleich Fuentes del Ebro unter den Mauren ein wichtiger Platz gewesen war, obgleich es zur Zeit der Unabhängigkeitskriege eine bedeutende Rolle spielte, und obwohl es eine reiche Fabriksstadt geworden, wo der größte Theil der im Norden Spaniens gebrauchten Beuteltuche erzeugt wird, ist weder seine Antiquität, noch sein Reichthum, noch aber die wirklich sehr schöne gothische Kathedrale dieser Stadt die Ursache, daß der Name Fuentes del Ebro am Anfange dieser Erzählung steht, und wenn wir den Leser hinführen, so geschieht dies nur, um ihn mit dem Gasthause des Viscarrués bekannt zu machen. Dieses Gasthaus, das auf dem großen Quellenplatze, neben dem alten »Königsbau« liegt, erfreute sich zur Zeit, als unsere Erzählung beginnt, in der ganzen Umgebung großen Ansehens. Es war der Zusammenkunftsort der Maultiertreiber, Kärrner und Reisenden, die von Saragossa nach der Provinz Valencia zogen. Der gesammte Handel von