Der Capitain Roquefinette
Es war am 22sten März im Jahr der Gnade 1718, in der Fastenzeit, als ein junger Herr von stolzem Ansehen, ungefähr 25 bis 26 Jahr alt, der ein schönes spanisches Roß ritt, sich gegen acht Uhr Morgens an dem letzten Ende des Pont neuf zeigte, der zu dem Quais de l'école führt. Er saß so fest und unbeweglich in seinem Sattel, daß es schien, als sey er dort als Schildwache aufgestellt durch den Generallieutenant der Polizei des Königreichs, den Herrn Voyer d'Argenson. Nach einem halbstündigen Harren, und nachdem er mit ungeduldigen Blicken oftmals die Uhr de la Samaritaine befragt hatte, schien sein bisher umherschweifendes Auge, endlich mit Zufriedenheit auf einem Individuum zu weilen, das von dem Platz Dauphine kam, sich ein wenig rechts wandte und sich alsdann ihm näherte. Derjenige, der auf diese Weise die Ehre hatte, die Aufmerksamkeit des jungen Cavaliers auf sich zu ziehen, war ein hochgewachsener wohlbeleibter Mann, der statt einer Perücke einen wahren Wald von schwarzem, mit etwas Grau untermischtem Haar auf seinem Kopfe trug; er war halb bürgerlich, halb militairisch gekleidet, und auf seiner Schulter zeigte sich ein Epaulet, das ursprünglich dunkelroth gewesen, durch Regen und Sonne aber zu Orange verblichen, war. Er war mit einem langen Degen bewaffnet, welcher ihn unablässig gegen die starken Lenden, schlug; sein Haupt war mit einem Hute bedeckt, den vormals goldene