Chapter

Der Ring des Lebens

Dumpfe Julihitze brütete wie ein bleiernes Daunenbett über dem flachen unabsehbaren Stromland, durch das ich mit meinem Bruder Friedrich zu den Ferien heimfuhr. Rechts und links des staubigen zerfurchten Landwegs, auf dem unser leichtes Korbwägelchen federnd und stoßend dahinrollte, folgte Feld auf Feld in allen Schattierungen von Grün und Gelb, hier mannshoher, schlanker Roggen, der sich selbstbewußt und erntereif im Sommerwind wiegte, dort die schwere, schwanke, gleichsam weibliche Fülle lichtblonden Weizens in sanften Wellen wie atmend hingeschmiegt, dazwischen stachlig und borstig mit gesträubten Bärten die dichtgelagerten Heerhaufen goldgelber Gerste, der struppige, verfilzte Troß schwarzgrüner Erbsen- und Bohnenstauden, in langen schnurgeraden Reihen die Regimenter saftstrotzender Zuckerrüben, hellgrüner, schon bleichender Hafer mit seinen ewig bewegten zitternden, bebenden Glöckchen und Rispen, und abermals Weizen und wieder Weizen in schwerer, schwanker, lichtblonder Fülle vom Südwind gewiegt. »In vierzehn Tagen kann er geschnitten werden,« sagte mein Bruder Friedrich mit einer fünfzehnjährigen Grabesstimme und sah dabei wie von Bergesgipfeln auf den vierzehnjährigen Knirps nieder, der neben ihm saß. Ich nickte und schwieg. Vor uns zwischen dem silbrigen Blätterwerk der zerborstenen Weiden, die die Grabenränder des gefurchten Triftwegs säumten, zeigten sich graue

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.