Chapter

1. Der Ruf der Nachteule

In einem anmuthigen Bergkessel, nicht weit von dem freundlichen Friedrichshafen am Bodensee, liegt das kleine Dorf Schönthal. Die Berge umher, die es einschließen, sind nicht zu hoch und dachen sich meist allmählich ab. So scheint die Sonne schon früh des Morgens in das Dörfchen hinein, und ihre letzten Strahlen verschwinden erst wieder, wenn auch jenseits der Berge der Abend bald anbrechen will. Das Dörfchen ist wohlhabend; seine hellen hübschen Häuser, die freundlichen Gärten vor und neben diesen zeigen es. Ein klarer Bach rauscht an dem Orte vorüber und verliert sich dann zwischen Weiden und Gebüsch in die grünen Wiesen, die sich ringsum ausbreiten. Die Berge sind mit Waldung bedeckt und die Bäume ziehen sich bis unten in die Schlucht hinein, wo sich buntes Buschwerk anschließt. Ersteigt man die Berge, so hat man oben auf der Höhe die reizendste Aussicht und weiß nicht, soll man den Blick lieber wenden in die stille Schlucht mit den hellen Häusern, den freundlichen Gärtchen, den grünen Wiesen, dem blauen Bache, der zwischen dem Allen sich hindurchschlängelt, oder hinaus in die weite Ferne jenseits der Berge, zurück in die fruchtbaren Ebenen und holzreichen Gebirge des Württemberger Landes, vorwärts auf den mächtigen grauen Bodensee, über ihn hinweg in die hoch zu den Wolken hinausragenden Alpen und Schneefirnen der Schweiz, in das Glarner und Appenzeller Land, in das

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