Chapter

Der Quälgeist auf dem Weißenstein

Der Assessor Huber wurde durch folgendes Rescript aus dem Justizministerium überrascht: »Sie werden aufgefordert, sich sofort nach Empfang dieses hierher zu begeben und bei dem Justizminister zu melden, der Ihnen einen wichtigen Auftrag zu ertheilen hat. Ihr Herr Chef wird Sie bei Vorzeigung dieses Schreibens, dessen Inhalt im Uebrigen geheim zu halten ist, beurlauben. Der Justizminister.« Der Assessor Adalbert Huber war Hilfsarbeiter bei einem Obergericht seiner Heimatprovinz. Er war ein eben so tüchtiger, wie ehrgeiziger junger Beamter. Der wird seine Carriere machen, sagten sie von ihm. Er wollte sie auch machen. Er war freilich kein »junger Streber«, wie man in neuerer Zeit eine Sorte solcher tüchtigen und ehrgeizigen jungen Beamten nennt. Er hatte Charakter und hielt auf seine Ehre. So hatte er auch namentlich sich niemals um eine »demagogische Untersuchung« beworben, obwohl er in der Zeit der sogenannten demagogischen Umtriebe und der Demagogenhetze lebte, und, was damals an jungen Beamten seine Carriere machen wollte, sich danach drängte, zu dieser Hetze mit verwendet zu werden. Dagegen hatte er durch manche vortreffliche Arbeiten sich ausgezeichnet, und eine von diesen war zur unmittelbaren Kenntniß des Justizministers gelangt. Es war eine Untersuchung gegen einen älteren Beamten des Departements, der in seiner langen amtlichen Laufbahn sich manche Verdienste erworben,

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