Der Puppenspieler
Das war im Winter des vorigen Jahres. Kurz nach Weihnachten, an einem wundervollen Dezembertage, an dem der frische Rauhreif die Bäume und Sträucher des kleinen Gartens vor meinem Hause mit tausend glitzernden Kristallen behing und die Luft kalt und klar über all der weißen Ruhe lag, passierte mir die unangenehme Geschichte. Hatte der Gärtner nicht ordentlich Asche gestreut – oder war ein ungeschickter Tritt von mir daran die Schuld – kurz, als ich eben aus dem Hause wollte, um nach dem Bahnhof zu gehen und mit der Vorortbahn nach der Stadt zu fahren, glitt ich auf der breiten Stufe, die von der Haustüre zum Gartenweg hinunterführt, aus und fiel so schlecht, daß ich mir eine Sehnenzerrung am Knöchelgelenk des linken Fußes zuzog. Die Sache war schmerzhaft und recht ärgerlich zugleich. Ärgerlich weniger wegen des Aufschubes, den dadurch meine nicht sehr wichtigen Geschäfte in der Stadt erlitten, sondern mehr darum, weil der Arzt mir sagte, daß wohl drei Wochen hingehen würden, ehe ich die Stube wieder verlassen durfte. Niemals in meinem Leben hat mir die Frist von drei Wochen so greulich lang, so unabsehbar geschienen wie damals, als ich am Tage meines Unfalls auf dem Sofa meines Arbeitszimmers saß, und trübselig auf das bandagierte Bein hinunterblickte, das ich weit ausgestreckt auf einem niedrigen Schemel ruhen hatte. Drei Wochen Stubenarrest! Gewiß mag es Menschen geben, denen