Erstes Kapitel
Die Zaub'rin waltet mit dem Stabe In ihrer bleichen Hand; Es tönt ihr Wort wie aus dem Grabe; Die Gluth des Auges schwand. Meikle. »Dieß muß die Treppe sein,« sagte der Udallar, indem er im Dunkeln gegen einige holprige Stufen stieß, »dieß muß die Treppe sein, wenn mein Gedächtniß mich nicht ganz trügt. Ja, und da sitzt sie ja,« fügte er hinzu, und stand vor einer halbgeöffneten Thüre still, »mit allen ihren Geräthschaften um sich her, und wahrscheinlich so geschäftig, wie der Teufel beim Sturme.« Indem er diesen unehrerbietigen Vergleich anstellte, trat er mit seinen Töchtern in das verdunkelte Gemach, wo Norna unter einem Haufen von Büchern in verschiedenen Sprachen, Pergamentrollen, mit den geraden und eckigen Zügen des runischen Alphabets beschriebenen Tafeln und Steinen, und ähnlichen Gegenständen, saß, von welchen der gemeine Mann gewöhnlich glaubt, daß sie mit der Ausübung verbotener Künste in Verbindung stehen. Daneben lagen in dem Zimmer, oder hingen über dem rohen, schlechtgebauten Kamine ein altes Panzerhemd, mit dazu gehörigem Hauptstücke, Streitaxt und Lanze. Auf einem Brett lagen in großer Ordnung mehrere von den sonderbaren steinernen Aexten, von grünem Granit, die man so oft auf diesen Inseln findet, wo sie das gemeine Volk Donnerkeile zu nennen pflegt, und sie gewöhnlich als Sicherungsmittel gegen den Blitz aufbewahrt; ein steinernes Opfermesser, das man