Chapter

Erstes Kapitel. Fahrende Spielleute

Es war ein wundervoller erster Maitag im Jahre unseres Herrn und Heilandes 1436. Über dem Zürichsee lag ein hellblauer Duft, wie der Schmelz eines taubestäubten blauen Dornzwetschgleins, wie der entstehende Traum im Blauauge eines erwachenden Mägdleins. Man wußte nicht, wäre es schöner, als ein seliger Engel in den heitern Himmel hineinzutauchen oder in den lautern See als ein unseliger Nix. Das ganze Seetal sah so frisch und fein aus, als hätte sich der Liebgott aus Sehnsucht nach dem zerstörten Paradiese ein kleines Abbild davon gemalt und ließe nun durch die strahlende Morgensonne die taufrischen Farben trocknen. Heute, am ersten Maitag, als dem Feste der Heiligen Philipp und Jakob des mindern, sollte in der freieidgenössischen Stadt Zürich ein großer Spielmannstag zu Ehren U. L. Frauen abgehalten werden. Zugleich gedachte die große fahrende Bruderschaft der Spielleute, einen neuen Pfeiferkönig zu erwählen, denn der alte war vor kurzem gestorben. Da sollte nun heute der Münsterhof ein großes Stelldichein des fahrenden Pfeifervolkes werden. Ungewöhnlich viele und mannigfache Schiffe fuhren den See hinab; ungelenke Nauen und Fischerkähne aller Art, aber auch das große Marktschiff von Rapperswil und das Johanniterschiff von Wädiswil, denen ein ganzer Schwarm von kleinen, unansehnlichen Bauernkähnen nachfluderten, wie die jungen den alten Wildenten. Die meisten Leute wollten zum

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.