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Warum der Pfau zum Frisör ging

Der Pfau ging zum Rasieren immer zum Frisör. Bevor er in dem etwas durchgesessenen Frisörstuhl aus braunem Leder Platz nehmen konnte, blätterte er in der Warteecke die Illustrierten durch. Nur Titel die es überall zu kaufen gab, aber ein bisschen erotisch waren die Bilder schon, selbst die auf der Witzseite. Jetzt war er dran. Die Frisörin hüllte ihn mit geübtem Schwung in das grosse saubere weisse Tuch, zerrte es am Hals fest und der Pfau bekam eine Gänsehaut. Sie prüfte mit zarten Händen die Höhe seiner Bartstoppeln, sah ihm auf die Oberlippe bis der Rasierschaum unter den vigurösen Pinselbewegungen die richtige Konsistenz erhielt und trug mit der Geste einer Kunstmalerin die weisse Masse auf. Der Pfau fühlte sich wie ein Kunstwerk und spürte, wie sich seine Schwanzfedern aktivierten. Leise und widerstandslos glitt das Rasiermesser über seine Gesichtshaut. Mit sanftem Druck fuhren ihre Hände über sein Kinn nach der Suche einer entkommenen Bartstoppel. Mit einem heissen Tuch entfernte sie die Schaumreste, zerrieb etwas Aftershave in ihren Händen und massierte es in seine Haut. Dann löste die Frisörin das Tuch an seinem Hals, hob es fort und entliess ihn in die reale Welt. Der Pfau stand auf, drückte ihr ein Trinkgeld in die Hand, bedankte sich und ging zur Tür. Dort drehte er sich noch einmal um und schlug ein Rad. Ein so wunderschönes Rad, das die Frisörin alles vergessen

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