Fünftes bis elftes Bändchen.
Ich wurde in der That mit Ungeduld in der Kirche erwartet, zwar nicht von dem Todten, doch von seiner ganzen Familie. Nach der gewöhnlichen Einfachheit des protestantischen Ritus, sprach ich die Todtengebete über dem Sarge; das Grabgeläute ertönte zum letzten Male, und wir verließen den Tempel, um den Hingeschiedenen zu seiner Ruhestätte zu geleiten. Als ich am Pfarrhause vorbeikam, sah ich zu meiner Freude, daß Herr und Madame Stiff, bereit, in den Wagen zu steigen, von meiner Frau Abschied nahmen. Die Frau Intendantin winkte mir mit dem Fächer ein Lebewohl zu, das sie mit einem seltsamen Lächeln begleitet. Herr Stiff aber grüßte Niemand, nicht einmal diese vorüberziehende Majestät des Todes, welche sonst die Stirne der Lebenden, so groß sie sein möge, entblößt und ihre Kniee beugt. An der Ecke des Platzes wandte ich 'den Kopf um; ich sah den Wagen sich in Bewegung setzen und auf dem Wege nach dem Schlosse hinfahren. Mein Herz löste sich, und während ich den Leichenzug anführte, kam ich in Gedanken zu meiner Jeannie zurück, Welch ein Engel der Sanftmut und der Resignation! Mit welcher Stärke und mit welcher Geduld ertrug sie alle Demüthigungen dieser Emporkömmlinge! Herr Stiff!... Was war denn Herr Stiff gewesen? ein elender Lackei, durch die Gunst seines Herrn, dem er schmähliche Dienste geleistet, zur Stelle eines Intendanten erhoben! Mademoiselle Rogers!... Was war sie