1. Kapitel: Das kecke Mädel
Das kecke Mädel. Die von den Seevögeln weißgrau getünchten Spitzen der Randfelsen der engen Schlucht leuchteten im Morgensonnenschein wie Marmor. Vielleicht waren gerade sie das einzige Merkmal der kleinen, grünen Insel im weiten, einsamen Golf von Honduras, die mit zu der Bay-Gruppe gehörte, deren östlichstes Eiland, beständig von drei Rauchsäulen gekrönt, das Sicherheitsventil jener unterirdischen Feuer bildete, die uns aus dem märchenhaften Reiche der Unterwelt vertrieben hatten. Das primitive Fahrzeug, das unsere Gefährten gen Westen zum Festlande Mittelamerikas entführt hatte, war kaum unter dem Horizont verschwunden gewesen, als jene Ereignisse eintraten, die uns Zurückgebliebenen abermals bewiesen, daß die Pfade abseits vom Alltag niemals ohne Überraschungen ins Ungewisse sich verlieren. Margot Sheridan, diese Frau, deren zähe Natur auch den heimtückischen Pfeilschuß siegreich überstanden, lag atemlos und nach Luft ringend neben mir in den stark duftenden, blütenübersäten Büschen am Südrande der tiefen Kluft. Was eigentlich vorgefallen, wußten wir nicht. Meines Freundes Taskamore unklare Andeutungen über den Seeräuber Lacombe und dessen sagenhafte Schätze, sowie Margots kurze Bemerkung, Taskamore habe nachts wiederholt aus unserem Lager sich heimlich entfernt, gaben den Dingen eine ganz besondere Note. Ein Schuß war gefallen, als Freund Kamo in die Schlucht hatte