Chapter

I. Was eine Frau leiden kann

I. Was eine Frau leiden kann. (Manuscript der Selbstmörderin.) Fortsetzung. Dort blieb ich kraftlos und vernichtet während mehrerer Stunden sitzen, denn als ich wieder zu mir kam, fing es an Nacht zu werden. Einige Personen hatten sich mir genähert, mich angeblickt und mit mir gesprochen, aber ich hatte sie nur wie durch eine Wolke gesehen und gehört. Ich stand ganz wankend auf, drückte meinen Kopf zwischen beide Hände und schlug wieder den Weg nach Waston ein. Nach einer Stunde kam ich dort bei herrlichem Mondschein an; der Pastor stand vor der Thür des Pfarrhauses, seine Frau aber saß auf einer Bank, und hielt auf jedem Knie eines ihrer Kinder. Diese Kinder, voller Leben, Kraft und Gesundheit, fuhren selbst auf dem Schooße ihrer Mutter fort zu spielen, sich im Scherze zu schlagen und mit einander zu ringen. Als ich diese Frau mit dem Gatten an ihrer Seite und den Kindern auf ihrem Schooße sah, empfand ich, von meinem Gatten durch den Tod, von meiner Tochter durch das Elend getrennt, ein solches Gefühl von Neid, daß ich selbst darüber erschrak. Ich blieb daher auch stehen, und, um dieses böse Gefühl zu bekämpfen, sagte ich zu ihr, obgleich ich sehr selten mit dem Pastor und seiner Frau sprach, die mich als eine ihnen zur Last liegende Frau ansahen und mich demzufolge mit Mühe zu ertragen schienen: — Madame, Sie sind eine glückliche Mutter, und haben da zwei recht schöne

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