Chapter

Die Erzählung des Kameeltreibers.

Erstes Kapitel. Wer mit den Sitten und Gebräuchen des Morgenlandes bekannt ist, weiß auch zugleich, daß keine hohe Stellung wandelbarer und gefährlicher für ihren Besitzer ist, als die eines Pascha. Vielleicht bietet nichts einen überzeugenderen Beweis von der großen Geneigtheit, ein derartiges jeweiliges Ansehen über die Nebenmenschen anzunehmen, als die Gier, nach der Bestallung von dem Sultan wieder fortzukommen, da der hohe Herr, wie sich der Neuangestellte aus seinen eigenen Erlebnissen erinnern kann, ganze Schocke seiner Vorfahren mit der seidenen Schnur heimsuchen ließ. Es gewinnt fast den Anschein, als ob der Despot ein Haupt nur umdeßwillen aus der Menge erhebe, damit es seinem Scimetar einen besseren Schwung biete, wenn er es abhauen will – ein eigentümlicher Geschmack, der nur durch den des Königs von Dahomy überboten wird; denn der Sage nach ließ Letzterer mit jeder wiederkehrenden Sonne die Stufen seines Pallastes mit frischabgetrennten Köpfen zieren, wie wir etwa die Dekoration unserer Parterrezimmer zu erneuern pflegen. Ich mache diese Bemerkungen; damit man mich nicht einer falschen Chronologie beschuldige, wenn ich nicht ganz genau das Jahr oder die Monate angebe, in deren Verlauf ein Geschlecht blühte, das, wie die Blume des Cistus, an dem einen Morgen in voller Pracht dastand, am andern aber leblos auf den Boden gestreut war, um einer nachfolgenden Platz zu

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