Die Rückkehr nach Heidelberg
Obwohl Hartmut Wendelin am Fenster saß und seine klaren grauen Augen auf die Landschaft richtete, sah er doch nichts von dem freundlichen Fluß, an dessen Ufer der D-Zug talein fuhr. Welch geschwungene Hügel, fröhliche Städte, ragende Burgen in allem Schmuck des Frühlings glitten unbeachtet vorüber, weder die Musik der Räder, noch der Lärm der Mitreisenden kamen ihm zum Bewußtsein. Die verlassene Arbeit hielt seine Gedanken zu fest, als daß sie den Bericht der Sinne hätten vernehmen können. Er war ungern gereist. Die letzten Versuche hatten ihm eine Überraschung gebracht, über die er noch nicht völlig klar sah; er sehnte sich nach dem Laboratorium. Aber nicht nur deshalb war ihm die Reise leid. Und das ganze Mißbehagen, unter dem er sich dennoch dazu entschlossen hatte, überfiel ihn aufs neue, als der Zug hielt. Jetzt sah er die Landschaft, sah die Türme, die ihm die Stunde des Doktorexamens geschlagen hatten. Durch, sagte er und stieg aus. Seit seinem Doktorschmaus war er der fröhlichen Musenstadt fern geblieben. Sehr absichtlich, denn er wollte sich die strahlende Erinnerung nicht verderben lassen. Hier hatte er den Schläger geschwungen, hier hatte er seinem Meister feurig Gefolgschaft geleistet, hier hatte ihn der Ehrgeiz gepackt, diesem Meister ähnlich zu werden, hier hatte er geschwärmt und zuerst Glück und Qual schöpferischer Arbeit gespürt. Das war seine Jugend gewesen,