Chapter

Fünfter Theil

Man hätte in der That sagen können, die Hand irgend eines Erdgeistes habe vor den Prinzessinnen den Zugang zu einer Grube von Golconda und Visapur geöffnet, so blitzten die vier Bretter, welche die vier Fächer des Kastens bildeten, von Diamantenfeuer, den blauen, grünem und rothem Lichte der Saphire, Smaragden und Rubinen, unter denen Perlen von jeder Form und Größe in ihrem eigenthümlichen Glanze schimmerten. Die Prinzessinnen sahen einander erstaunt an und fragten sich mit Blicken, ab sie reich genug wären, solchen Schmuck zu bezahlen, den ihnen ein gewöhnlicher italienischer Hausirer bot. »Nun,« fragte Maria Stuart den jungen Dauphin, »was sagst Du dazu?« »Ich? Ich sage gar nichts; ich bewundere.« Der Handelsmann mit dem schwarzen Barte that als höre er dies nicht und sagte, als ob er errathen habe, was vor seinem Eintritt über die Herzogin den Valentinois gesagt worden war, als ob er wisse, welchen Einfluß die schöne Diana von Poitiers auf die ganze fürstliche Welt umher habe: »Theilen wir erst den Abwesenden zu; es ist dies eine freundliche Rücksicht, über welche die Anwesenden nicht zürnen können und für die die Abwesenden dankbar seyn werden.« Bei diesen Worten griff er in den Wunderkasten und nahm eine Art Diadem heraus, dessen Funkeln im Licht die Umstehenden zu lauter Bewunderung zwang. »Das Diadem ist einfach,« sagte der Handelsmann, »es scheint aber in seiner

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