Chapter

Der olle ehrliche Lehmann

Den ganzen Vormittag von fünf Uhr früh an war heiß gekämpft worden. Es war wunderschön gegangen; der Feind war glorreich aufs Haupt geschlagen – Sieg auf der ganzen Linie. Es geht immer wunderschön bei den Manövern und der Feind wird immer glorreich aufs Haupt geschlagen bei den Manövern. Die Sieger lagerten nun auf einer eroberten Kopje im Salzburgschen und da Sieger immer hungrig und durstig sind, ließen sie es sich wohl sein bei dem, was ihnen die Feldküche zu bieten vermochte. Im Schatten eines Heckenrosenstrauches kampierten drei Freunde, alle drei von der reitenden Artillerie und alle drei Oberleutnants und ließen es sich wohl geschehen. Sie hielten fest und treu zusammen, obschon das Charakterbild des einen von ihnen einen dunklen Punkt aufzuweisen hatte: er war nämlich nur von der Reserve und das ist, wie man wohl ohne weiteres zugeben wird, schließlich doch nicht das Richtige. Der Mensch hatte überhaupt Pech. Er hieß Wilhelm Kohner. Seine Freunde nannten ihn Willy und bald folgte das ganze Regiment in zarter Rücksicht ihrem Beispiele. Das war im Handumdrehen zur Gewohnheit geworden und selbst der gestrenge Herr Oberst sprach von ihm nur als vom Oberleutnant Willy. Die zwei letzten Buchstaben seines Zunamens waren ja allerdings Milderungsgründe, aber die vier ersten! Man liebte Willy beim Regiment und man wollte ihm das nicht antun, ihn beim Namen zu nennen. Die zwei

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