Der Oberamtmann und der Amtsrichter
Es war ein schöner Herbsttag; der rote Apfel im grünen Laube, die langen Reihen auf großen Äckern, wahre Schatzgräber, die aus dem Boden schlugen die rauhen Kartoffeln, wichtiger der Menschheit als Silber und Gold, der Sämann, der mit ernstem Gesichte und langen, gemessenen Schritten den Samen strömen läßt aus kundiger Hand, bezeugen es, daß man in die dritte Zeit des Jahres gekommen. Wer mit rechtem Auge einen Sämann schreiten sieht über den dunkeln Acker, dem rieselt Ehrfurcht in die Seele, mahnt sie ans Beten, weil nahe sei das unsichtbare Wesen, zu dem man in allen Zungen betet und mit keinem Auge es sieht. Der Sämann mahnt nicht bloß an das Evangelium und den Sämann, der das ewige Wort aussät, das in gutem Grunde hundertfältig Frucht trägt, Frucht, die zum ewigen Leben die Seelen speiset, der Sämann ist ein Gehülfe Gottes, und neben ihm wandelt Gott. Der Handwerksmann kauft sich den Stoff zu einem Geräte, schafft daran, bis er fertig ist, oft mit selbstgemachtem Werkzeuge, und was seine Hand gemacht, verkauft er wieder oder liefert dem Besteller es ab zur bestimmten Zeit, das heißt, je nachdem er sein Wort gab oder nicht. Der Schuhmacher nimmt vom Gerber das Leder, setzt sich in seine Werkstatt, unabhängig von Wind und Wetter; scheint ihm die Sonne nicht, zündet er die Lampe an, und das Paar Schuhe, welches er am Morgen angefangen, ist, wenn ers kann, am Abend fertig. Er