Arsène Guillot
Arsène Guillot Übersetzt von Arthur Schurig Erstdruck in der Revue des Deux Mondes vom 15. März 1844. Erste deutsche Übertragung Wo Paris und Phoibos Apollon Dich, so tapfer du bist, am skaiïschen Tore verderben. Ilias XXII, 359 f. In der Kirche Saint-Roch war die letzte Messe verklungen. Der Küster machte seine Runde, um die verlassenen Kapellen zu schließen. Er war im Begriff, das Gitter vor einer jener aristokratischen Andachtsstätten zuzuziehen, in denen, gesondert von den übrigen Gläubigen, zu Gott zu beten etliche fromme Frauen das erkaufte Vorrecht haben; da bemerkte er, daß eine Dame darin verblieben war, die sich in ihrem Kirchenstuhle, das Haupt zurückgelehnt, sichtlich in erbaulichen Gedanken verloren hatte. Das ist Frau von Piennes, sagte er sich, am Eingange der Kapelle haltmachend. Frau von Piennes war dem Manne wohlbekannt. Zu jener Zeit erwarb sich eine junge reiche hübsche Dame der Gesellschaft den Ruf besondrer Frömmigkeit, wenn sie Kirchengängerin war, Altardecken stiftete und dem Pfarrer ansehnliche Almosen zur Verfügung stellte, vorausgesetzt, daß ihr Gatte nicht Regierungsbeamter war, sie selber keine Getreue der Frau Kronprinzessin, und ihr Kirchgang wirklich nur ihrem Seelenheile galt. Der Küster wäre gern zu Tisch gegangen (Leute seines Standes essen um ein Uhr); doch wagte er die Andacht einer im Sprengel von Saint-Roch hochgeschätzten Person nicht zu