Vorrede
Es lebt niemand, der das Göthesche Wort: „Bilde, Künstler, rede nicht“, höher in Ehren hielte als ich. So habe ich denn auch diesen Roman bei seinem ersten Erscheinen ohne jegliche Vor- oder Nachrede veröffentlicht. Die bisherigen Schicksale dieses Buches aber veranlassen mich nun, der neuen Auflage desselben einige Bemerkungen voranzustellen. Die Aufnahme dieses Romans von Seiten der deutschen Kritik war eine eigenthümliche. Mein Buch wurde entweder schonungslos verurteilt oder in demselben Grade gepriesen. Man hat sich entweder über dasselbe entrüstet und lustig gemacht, oder man hat sich ihm und seiner Wirkung mit ganzer Seele hingegeben und diese Hingabe durch die Besprechung noch hindurchzittern lassen. Ich kann nun sagen, wieso es kam, daß dieses Buch so fremd angemutet und infolgedessen so verschiedene Wirkung geübt hat. Ich habe nämlich in ihm einen bisher ungewagten Versuch unternommen. Ich habe meinen Roman nicht erzählt. Ich habe ihn dargestellt. Vor den Augen des Lesers geschieht er und seine dreizehn Kapitel sind in Wahrheit dreizehn Akte, in denen die Dinge dramatisch bewegt sich abspielen. Als ich zu diesem Experimente schritt, war ich mir seiner Fährlichkeiten vollkommen bewußt. Die Sprunghaftigkeit der Entwickelung, das Vorherrschen des Stofflichen, der Mangel an psychologischer Analyse, alles dieses, womit der absprechende Teil der Kritik sein Urteil belegte,