Der Neue Don Quixote - Vierter Band
Die Baronin saß bei dem Frühstückstische; neben ihrem Sessel auf einem Tabouret lag ein aufgeschlagenes Buch, in das sie noch einen flüchtigen Blick warf und dann den Kopf herum wandte, den Beiden entgegen, die Hand in Hand in das Zimmer traten. »Es ist ein Glück,« sagte Frau von Breda lächelnd, »daß du zur Zeit nach Hause gekommen bist. Ich glaube, Eugenie hätte dich heftig gezankt; sie muß einen absonderlichen Appetit verspürt haben, und das schon vor einer Stunde, denn damals meinte sie schon, du könntest wohl nach Hause kommen.« »Habe ich das gesagt, meine liebe Tante?« fragte das junge Mädchen mit dem Ausdrucke der Ueberraschung. »Gerade nicht mit denselben Worten,« entgegnete die Baronin, »aber du fragtest mich, ob Onkel George häufig vor dem Frühstück in die Stadt gehe, ob er lange auszubleiben pflege, und dann sahst du auf die Uhr und meintest, es müsse unbedingt später sein, als diese anzeige.« »O welche Ungeduld!« sprach Baron von Breda, laut und unbefangen lachend. Doch warf er mit der Schnelligkeit des Blitzes einen Blick auf seine Frau, welche aber so gleichgültig wie immer, ohne alle Erregung dasaß und in diesem Augenblicke ihr Papiermesser zwischen die Blätter des Buches legte, um die Stelle nicht zu verlieren, wo sie in ihrer Lecture stehen geblieben. Dabei sagte sie: »Eugenie ist ein lieber wilder Vogel, der drückend die Mauern des Hauses fühlt, besonders da es