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Der Mord im Auwald

Die Sonne stand hoch im Mittag und beleuchtete den Laubwald der Wiener Donauauen. Erste Herbststimmung lag über der Landschaft, Altweibersommer segelte fröhlich im Ostwind über duftende Grummetwiesen, umschwärmt von den letzten Insekten des Jahres, und draußen auf dem Strom rüsteten sich die Zugvögelgeschwader zur Reise nach dem Süden. Einen Kilometer landeinwärts lag auf großer Waldblöße, mitten in einem Wipfelmeer von Zitterespen, Pappeln, Schwarzerlen, Ahorn, Eschen, Eichen und Weiden, ein geräumiges Jagdhaus heimischer Bauart. Auf drei Meter hohem Steinsockel aus Nagelfluhtrümmern erhob sich der im Blocksystem gefügte Oberbau mit nur einem Stockwerk, aber zwei Mansardenzimmern unter Dach. Ampelopsis Veitchi, wilder Wein und Waldrebe hatten ihre Ranken um das Ganze geschlungen und nur die Fenster freigelassen. Vom großen, ringsum laufenden Schrott (Altane) schweifte der Blick über einen riesigen Steingarten, in dem der glückliche Besitzer alles zusammengetragen, was die österreichischen Kalkalpen an Wildblumen und interessanten Gesteinsformen herbergen. In großen Gruppen brannten Sommers letzte Steinrosen, blauten die großen Glocken des Enzians neben weißer Erika. Wo immer Generaldirektor Hubert Lenk in freier Bergnatur, in Wald und Heide gewaidwerkt, da hatte er, keine Mühe und Kosten scheuend, an lebenden Pflanzen, erratischen Blöcken, Tufsteinen, Nagelfluhund

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