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Der Mühlsepperl

Der Mühlsepperl war im ganzen Dorf recht wohl gelitten, denn er war ein herzensguter Bursche, der mit Ängstlichkeit vermied, jemand etwas zuleide zu tun. Im Gegenteil, wo es nur anging, tat er den Leuten allerlei kleine Gefälligkeiten. Er wäre beleidigt gewesen, wollte man ihm seine Dienste irgend entlohnen und wenn einer zu ihm sagte »dank dir schön«oder »Gelt dir's Gott«, so stieg ihm die Röte ins Gesicht, als schäme er sich, daß es aussah, als habe er ein gutes Werk des Dankes halber getan. Er war beim Müller als Knecht bedienstet, schon seit sechs oder sieben Jahren. Wie er 14 Jahre alt und schon ein kräftiger Bursch war, hatte ihn der Müller in Kost und Lohn genommen. Lohn konnte man eigentlich nicht sagen, denn Sepperl bekam höchstens zu den Kirchweihtagen oder, wenn die Maria Schnee-Wallfahrt war, und zu Neujahr immer ein paar Sechser, die aber dem Burschen Vermögens genug schienen. Früher hatte ihn der Ortsvorsteher als ein »Gemeindekind« in Pflege gehabt. Bei dem wars dem Jungen herzlich schlecht gegangen. Früh morgens mußte er als der erste auf und in den Stall. War der in Ordnung, so durfte er erst seine Morgensuppe essen. Dann mußte er das Vieh zur Weide treiben, aber nicht nur seines Bauers Kühe, sondern auch die dessen Schwagers und dann noch die Kälber. Da hat es genug Herumhetzen gesetzt den lieben Tag, denn so eine Herde vierbeiniger Racker im Zaum zu halten

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