Chapter

Vorwort und Einleitung

Der Mühldorfer Hexenprozeß der 16jährigen Dienstmagd Marie Pauer von der Katharinenvorstadt Anno 1749/1750 Bearbeitet nach den Original-Prozeßakten von A. F. Neumeyer Herausgeber und Verlag: Heimatbund Mühldorf Zuerst erschienen: 1926 Auch die Wahngebilde des Menschengeschlechts haben eine Geschichte. Gustav Freytag Bei einer Besichtigung des Mühldorfer Rathauses darf der Blick in das »Hexenkammerl« nicht fehlen, in dem die Marie Pauer fast zwei Jahre eingesperrt war, nachdem der Mühldorfer Stadtrichter gegen sie einen Hexenprozeß angestrengt hatte, weil es beim Höllschmied, wo sie als Kindsmagd beschäftigt war, zu poltern anfing. Das Studium dieses Büchleins soll zur Besinnung anregen. Den Nachdruck konnte der Heimatbund als Jubiläumsschrift – der Verein wurde am 30. Dezember 1920 wiederbegründet – mit freundlicher Genehmigung von Frau Elisabeth Tauschhuber von der ehemaligen Buchdruckerei Geiger und Herrn Friedrich Neumeyer auflegen. 1. Vorsitzender Im Jahre 1749 wurde in der Stadt Mühldorf vom Pflegegericht ein Hexenprozeß eingeleitet; die Fortführung desselben dann nach Salzburg an das hochfürstliche, hochlöbliche Hofgericht weitergegeben. Dieser Inquisitionsprozeß endete mit der Hinrichtung der Angeklagten im Jahre 1750. Herr Bahninspektor Neumeyer hat den umfangreichen Gerichtsakt mit peinlichem Fleiße durchgearbeitet. In dem nachfolgenden Bericht ist der Auszug aus dem

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