Chapter

Sauve qui peut!

Sauve qui peut! »Noch 25 Minuten bis Paris!« Das ganze Coupé war in großer Aufregung. Hand- und Hutkoffer, Schachteln und Pakete wurden aus den Netzen gezerrt. Der Geschmack der langen Nacht lag jedem bitter auf den Lippen. Geschmack von Kohle und Ozon, die der Zug in wirbelnder Fahrt von der schlafenden, aufgeschreckten Erde und dem wachenden, ruhigen Himmel zusammengemischt hatte. Die ganze Nacht von Basel nach Paris, hatte man eine kosmische, stahlblaue Natur durchrast, wogende Felder, erschreckte Wälder, über dünne Brücken und interesselose Flüsse hinweg. Es war, als hätten die Reisenden eine aufregende Arbeit geleistet, und doch hatten sie nichts getan, als sich in Schlaf und Mäntel gehüllt und in gemeinsamem Rhythmus mit den Köpfen gewackelt. Auf diesen Rhythmus hatte nur das eine, einzige Wort gepaßt: Paris! Paris! Paris! Am Anfang, gestern Abend, hatten sie alle französische Zeitungen entfaltet und sorgsam studiert. Sie mußten auf dem Laufenden sein. Ein Berner Seidengrossist las seiner Frau laut vor, daß der Haupttäter des Juwelendiebstahls in der Rue de Rivoli bei Saint-Denis gesichtet, daß eine blonde Metzgerstochter aus Pantin zur Königin von Frankreich erwählt worden sei, daß die Place Vendôm neu gepflastert werde, daß der japanische Prinz Yasuhito sich als Student an der Sorbonne eingeschrieben habe, daß ein surrealistischer Dichter sich geweigert habe, seinen

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