Der Grisly
Die Sonne war soeben erst aufgegangen. Ihre Strahlen vergoldeten die zackigen Gipfel der Uferberge des Pecos-Flusses und ließen die Spitzen der Riesentannen, die auf den Terrassen der Anhöhen wuchsen, in besonderem Glanze aufleuchten. Unten zwischen seinen selbigen Ufern schoß der Pecos gurgelnd und schäumend dahin, bildete hier und dort weiß schimmernde Stromschnellen und häufte vor den kleinen, zahlreichen Inselchen förmliche Barrikaden von losgerissenen Sträuchern, entwurzelten Bäumen und weggespülten Moosflächen an. – Am Westufer des Pecos standen zu dieser frühen Morgenstunde drei Männer, die ihre Pferde am Zügel hielten und gespannt nach einer Bergterrasse auf der anderen Seite des Flusses hinüberschauten, wo soeben zwischen den grünen Büschen die riesige Gestalt eines grauen Bären, des gefürchteten Grisly, sichtbar geworden war. Die drei Männer standen so, daß ein Vorhang von Schlingpflanzen, der zwischen zwei Eichen als seltsames Gebilde herabhing, sie völlig deckte. »Ein Grisly!« flüsterte jetzt der eine, dessen schwarzgebranntes Gesicht den Mulatten verriet. »Massa Felsenherz, man müßte ihn abschießen,« wandte er sich an den schlanken, blondbärtigen Trapper, der neben ihm in lässig-kraftvoller Haltung auf seiner langen Büchse lehnte, deren Kolben beiderseits in Goldplättchen das Bild eines springenden Jaguars zeigte. »Nein, Tom,« meinte der blonde Trapper darauf. »Wie