Chapter

Eine Strategie

Bo war sechs. Er mochte Mathe nicht. Die Matheprobe am Freitag fühlte sich für ihn wie der Endgegner am Ende eines Videospiels an. Sein Bruder Sven, der neun und sehr in Videospielen war, hatte Bo erklärt, dass Endgegner nicht unmöglich seien. Sie sähen nur unmöglich aus. Der Trick war: Du brichst sie in kleinere Stücke auf. „Versuche nicht, den ganzen Endgegner auf einmal zu schlagen", hatte Sven gesagt. „Du lernst einen Schritt. Dann lernst du einen weiteren. Dann fügst du sie zusammen. So besiegst du den Drachen." Die Matheprobe hatte zehn Aufgaben. Bo hatte einige davon im Unterricht gut gemacht. Andere konnte er gar nicht. Bo schrieb die Probe von letzter Woche ab. Er sah sich die zehn Aufgabentypen an. Er konnte Aufgabe 1 (hochzählen). Einfach. Er konnte Aufgabe 2 (runterzählen). Meistens einfach. Er konnte Aufgabe 3 (zwei einzelne Zahlen addieren). Einfach mit den Fingern. Er konnte Aufgabe 4 (abziehen) nicht. Sein Kopf wurde dann ganz wirr. Er konnte Aufgabe 5 (welche Zahl ist größer). Einfach. Bo schrieb sie als Liste auf. Er machte einen grünen Haken neben die, die er konnte. Er machte ein rotes Fragezeichen neben die, die er nicht konnte. Drei rote Fragezeichen. „Also", sagte Bo in seiner besten Videospiel-Stimme. „Drei Endgegner-Tricks zu lernen."

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