Chapter

1. Kapitel. Ein Brand und eine Lebensversicherung.

Mein Freund Harst hatte seinen philosophischen Abend. Persönlichkeiten von stark ausgeprägter Eigenart sind vielleicht insgeheim mehr Stimmungsmenschen und sogar dem Alltäglichsten weit mehr zugänglich, als die große Menge gemeinhin annimmt. Ein Bismarck las zur Entspannung die Kriminalerzählungen Conan Doyles und versenkte sich in die Spitzfindigkeiten eines Sherlock Holmes. Harst, der nie etwas anderes sein will als er selbst, lebt zumeist erst spät abends auf, nachdem der Tag ihm diese oder jene Anregung gegeben hat. Wir hatten am Nachmittag eine große Fußtour ohne bestimmten Zweck unternommen und waren schließlich am Ufer der Havel an ganz einsamer Stelle Zeugen eines etwas merkwürdigen Vorganges geworden. Ein Mann, der sein Kleiderbündel auf eine Art Schilffloß gelegt hatte und das kleine Floß hinter sich herzog, kam über den recht breiten Strom geschwommen, benahm sich dabei sehr vorsichtig, bemerkte uns nicht, stieg ans Ufer und kleidete sich in einem Gebüsch wieder an. Es war ein schlanker, kräftiger Mann nur schwer bestimmbaren Alters gewesen, mit langen hellen Bartstoppeln, aber seine Kleidung verriet doch trotz des ihr anhaftenden Staubes und Schmutzes den Zugehörigen einer wohlhabenderen Gesellschaftsschicht. Als der Fremde, den Harst später nur »den Mann vom anderen Ufer« nannte, nachher in derselben mißtrauischen, behutsamen Art tiefer in den Grunewaldforst

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