Chapter

Kapitel 1

Draußen war es noch stockdunkel, als August Gläser mit einem lauten Schrei aus einem wüsten Traume erwachte. Im Schlafe hatte er an dem Kreuze eines entsetzlich hohen Kirchturms gehangen, bis er die Kraft verlor und in die fürchterliche Tiefe stürzte. Und so saß er jetzt einige Augenblicke wie gelähmt da, mit dem Gefühle eines Menschen, der einen unheimlichen Druck im Gehirn verspürt, den er erst allmählich überwinden muß. »Was hast du denn?« fragte Anna Schiman, die den Platz auf dem langen, niedrigen Holzkoffer mit ihm teilte und nun besorgt seine große, knochige Hand mit ihrer kleinen, runden tätschelte. Sie hatte immer warme Hände, die sie während der ganzen Fahrt unter dem dicken Seelenwärmer verborgen hielt. Und so empfand er im Augenblick das Wohlige dieses Streichelns, mit dem sie ihn des Nachts hin und wieder ermuntert hatte, um zugleich immer aufs neue damit anzudeuten, daß er sich ihres unbeschränkten Besitzes erfreuen dürfe. »Sind wir schon da?« gab er zurück und reckte, nun zur Besinnung gekommen, den langen Hals aus dem dicken, gestrickten Schal hervor, den er sich mehrfach umgewürgt hatte und dessen Knotenenden unter den Knöpfen des dicken Flausrockes verborgen waren. Sie lachte, denn jedesmal, wenn bei einer Station das Gerassel der Eisenbahn langsam erstarb und der Wagen die letzten Püffe bekam, die sich endlos fortzusetzen schienen, richtete er dieselbe Frage

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