Erster Teil
Die einschläfernde Hitze eines späten Julinachmittags lastete ziemlich empfindlich auf dem Anwaltsbüro »Ford, Scheidenham und Murray«. Wer von den Inhabern nicht gerade Urlaub hatte, war entweder auf dem Golfplatz oder hielt im Klub sein Nachmittagsschläfchen. Wachhalten konnte einen nur die tägliche Tretmühle, und auch die nur mit Not. Als der Anwalt Prentice Murray gegen vier Uhr in sein Büro zurückkehrte, begrüßte ihn Fräulein Foster mit einem Lächeln, das freundlicher ausfiel, als man es von einer Sekretärin erwarten durfte. Sie freute sich aber wirklich, ihn wiederzusehen, denn nun war es möglich, daß er ihr nach Erledigung der auf seinem Tisch bereitliegenden Post bald sagen würde, daß sie nach Hause gehen könnte. Da sie ihm etwas zu bestellen hatte, folgte sie ihm in sein Privatbüro. »Haben Sie nichts Neues von Camilla gehört? Wie? Sie hat doch nicht etwa versucht, sich mit mir verabreden zu wollen? Hatte sie nicht die Absicht, heute nachmittag mit mir zu fliegen?« Camilla Lindstrom, Murrays Mündel, hatte fliegen gelernt und besaß seit kaum einer Woche den Flugschein. Sie hatte sich bereits ein Flugzeug gekauft, das heute geliefert werden sollte. Prentice hatte seine Vormundschaft über dieses junge Mädchen stets als eine der größten Verdrußquellen seines Daseins bezeichnet. Aber in Wirklichkeit war er in Camilla vernarrt. Er war einer der gewandtesten Rechtsanwälte der