Kapitel 1
Vom nördlichen Atlantik peitschte ein Januarsturm Wind, Regen und Schnee gegen die amerikanische Küste, die sich in weitem Bogen von Neu-Schottland bis Kap Delavare dehnt. Die Gewalt des Sturmes war so heftig, das Meer zu solchem Tumult aufgewühlt, daß nichts unwahrscheinlicher schien, als daß Menschen sich dort draußen zwischen den dahinrasenden Wellenbergen nicht nur am Leben erhalten, sondern in eigensinniger Tollkühnheit ihre Reise fortsetzen könnten. Und doch hielt der große Ozeandampfer »Duumvir« an seinem Kurs fest, obwohl der Nordost nirgends ärger tobte als entlang der Route, auf der dieses Schiff fünf Stunden nach der Ausfahrt aus New York rollte und schlingerte. Dreißigtausend Tonnen verdrängte dieser Ozeanriese, aber die Wassermenge, die sich, gleichsam zur Vergeltung, ihn zu verdrängen bemühte, war noch bedeutend größer. Die Bemühung zielte übrigens auf endgültige Verdrängung, denn in den Tiefen schien die Überzeugung zu herrschen, daß dieses Schiff zu Unrecht einen Platz an der Oberfläche des Wassers beanspruche und zu einem Unterseeboot herabgedrückt werden müsse. Die »Duumvir« selbst schien manchmal gleicher Meinung und duckte sich unter den ungeheuren Erdrückungsversuchen. Dann erhob sie sich wieder, von herabströmendem Wasser wie von einem langen, weißen Katarakt umhüllt, und stand als undeutlich symmetrische Form gegen den chaotischen Himmel. Dieses Aufbäumen