Chapter

Der Schiffbrüchige

Der Meerwind fegte durch die niederen Häuser von Jabbeeke am Ostendekanal. Krumm getrieben schnitt die lange Allee die Landstraße. Gegen den Wind half nicht Wolle noch Mantel. Er fuhr ins Gebein und machte kaum in den Knochen Halt. In dieser Teufelssymfonie des Kanalwindes, der aus der Nordsee einen Kochkessel machte, zog ein Mensch seine Straße. Ihn fror. Ein Mensch, der keine Behausung hat und friert, ist eine Anklage gegen die Gesellschaft, denn der Mensch soll der Herr der Erde sein. Dieser Mensch in seinem schlechten Havelock mit verbeultem Hut, der ihn zur Karrikatur des fliegenden Holländers machte, hatte kein Geld in der Tasche, kein Haus zu erwarten, das ihn aufnahm. Aber er hatte die Polizei zu fürchten, weil er sonst als lästiges Paket mit dem nächsten Zuge zwischen die Zeugen seiner früheren guten Verhältnisse expediert worden wäre. Es ist leicht, unter solchen Umständen in den Kanal zu gehen. Das Wasser geht über den Schopf. Man taucht noch einmal auf zum letzten konventionellen Schrei und macht dann seine Sache mit den Karpfen ab. Dieser Mensch besaß nicht einmal einen Paß. Er mußte trotzdem in die Welt, ob er wollte oder nicht. Immer marschieren und nichts essen ... so ging es nicht weiter. Zum Davonlaufen vor den Polizisten brauchte man Kraft. Schon blickte er sehnsüchtig in die Sturmwellen, als ihn der Schatten eines Polizisten weiterscheuchte. Jan Traberg

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