Chapter

1. Kapitel. Nebel.

Abermals durchdrangen die schaurig dumpf klingenden Töne eines Nebelhorns die feuchten grauen Schleier, die die sacht dahingleitende „Gudrun“ so dicht einhüllten, daß von dem kleinen Beiboot auch nicht eine Spur zu sehen war, mit dessen Hilfe die Achtmeterjacht jetzt wegen der völligen Windstille geschleppt wurde. Auf der vertieften Bank am Steuer saßen Dr. Blink und Hugo Holm nebeneinander. Sie hatten sich soeben durch Oppen und Brunner von der anstrengenden Ruderarbeit im Beiboot ablösen lassen und träumten jetzt in wohliger Müdigkeit vor sich hin, denn diese ganze nächtliche Fahrt hatte trotz der Gefahren, die sie barg, etwas außergewöhnlich Stimmungsvolles, beinahe Poetisches an sich. Holm hob lauschend den Kopf, als das warnende Tut–Tut–Tut des Nebelhorns näher und näher erklang. „Ein Dampfer,“ meinte er leise. „Hoffentlich überrennt er uns nicht –“ Blink starrte regungslos geradeaus, blieb stumm. Holm wandte den Kopf, schaute den Freund, dessen Gesicht von der im Kajüteneingang hängenden Laterne notdürftig beleuchtet wurde, prüfend an und fragte: „Woran denkst du, Heinz?“ Doktor Blink schob die blaue Seglermütze mehr ins Genick und erwiderte versonnen: „Ans Sterben. Wenn der Dampfer, der dort vor uns zu sein scheint, unsere „Gudrun“ zu packen bekommt, sackt sie mit ihrem Bleikiel trotz der Luftkästen wie ein Stein weg und – wir mit. Dann haben die Flundern der Danziger

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