Der Mann aus Eisen
1. Kapitel. Zwei vor der Tür. Wir hatten Fräulein Elisabeth Walker (der Leser besinnt sich noch, daß sie von Erpressern entführt war) persönlich zu ihren Angehörigen nach Breslau zurückgebracht und verlebten im Hause ihres Vaters ein paar angenehme Ruhetage. Aus dieser mir sehr wohltuenden himmlischen Muße scheuchte uns eine Depesche auf, die uns von Berlin hierher nachgeschickt worden war. Sie lautete: »Bitte sofort kommen. Honorar Nebensache. Handelt sich um einen Fall von seltener Eigenart. — Dr. Martin Geßling, Langfuhr-Danzig Mirchauer Weg 10.« Am anderen Vormittag elf Uhr standen wir vor einem großen alten Gebäude, das mitten in einem ausgedehnten verwilderten Garten lag. Dies war Mirchauer Weg 10. Wir läuteten an der Gartenpforte, läuteten nochmals … Niemand kam und öffnete … Dann erklang hinter uns eine etwas heisere Stimme: »Sie wünschen, meine Herren?« Wir drehten uns um … Ein alter buckliger Herr mit blauer Brille zog jetzt seinen zerknitterten Filz … »Doktor Martin Geßling …« Harald desgleichen: »Harald Harst … Hier mein Freund Max Schraut …« »Gott sei Dank!!« entfuhr es dem buckligen Männchen. »Es ist auch die höchste Zeit, daß Sie kommen … Die Sache wächst mir über den Kopf …« Und er streckte uns freudig erregt die Hände hin … »Bitte — ich schließe sofort auf … Wo haben Sie denn Ihre Koffer? Sie wohnen doch natürlich bei mir. Ich habe ja übergenug Platz … Ich