Chapter

1. Kapitel. Die dritte Nacht

In - einer dunklen stürmischen Nacht saß Mary Colling, ein junges, ganz in Schwarz gekleidetes Mädchen, am Fenster ihres im Seitenflügel der Villa des Neuyorker Großkaufmanns Thomas Arbuton gelegenen kleinen Zimmers und starrte mit vom Weinen geröteten Augen zum nächtlichen, sternbesäten Firmament empor, als ob sie dort oben Kraft suchte für ihre noch so frische Trauer um den Verlust ihrer Mutter, der einzigen Verwandten, die sie noch gehabt hatte. Sie hatte das elektrische Licht in ihrem bescheiden möblierten Stübchen ausgeschaltet und dachte mit Wehmut zurück an jene besseren Zeiten, als sie noch mit ihrem Mütterchen zusammen von deren kleiner Pension gelebt und durch Anfertigung künstlerischer Handarbeiten manchen Dollar dazu verdient hatte. Nun war die Mutter seit sechs Wochen tot, und Mary Colling hatte als vermögenslose Waise froh sein müssen, daß sie durch einen Zufall als Kinderfräulein im Hause des millionenschweren Handelsherrn Unterkunft gefunden hatte. Heute am 4. Dezember verbrachte sie nun die dritte Nacht in der vornehmen, von einem parkähnlichen Garten umgebenen Villa. Aber das Gefühl des Geborgenseins, das sie am ersten Tage hier empfunden hatte, war leider durch zwei rätselhafte Vorkommnisse bereits wieder in das trostloseste Bewußtsein völliger Vereinsamung umgeschlagen. Mehr noch: Mary begann zu ahnen, daß ihr in diesem Hause nicht der erhoffte friedliche

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