Ein unheimlicher Patient
Doktor Edward Gloster hatte sich erst vor kurzem als Arzt in der Drisby-Straße in Neuyork niedergelassen. Es war dies eine jener alten Gassen, in denen zumeist die ärmere Bevölkerung der Millionenstadt eng zusammengeperrt wohnt. Sie mündete auf den Hafen unweit des Lincoln-Docks, und wenn in nebligen Nächten die großen See-Dampfer einliefen, dröhnte das Heulen oder Tuten ihrer Sirenen bis in den äußersten Winkel der Drisby-Straße hinein. An einem solchen nebligen Abend saß Doktor Gloster, ein kaum dreißigjähriger Mann von gefälligem Aeußern, in seinem Sprechzimmer und blickte trübe auf die Rechnung der Möbelfirma, die mit der letzten Post eingegangen war und die den Zusatz enthielt: »Sollten Sie bis zum 1. November des Jahres Ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen sein, so müssen wir die Ihnen gelieferte Wohnungseinrichtung wieder abholen lassen.« Doktor Gloster seufzte. Heute war der 15. Oktober. Wie sollte er wohl bis zum 1. November 1800 Dollar aufbringen?! Das war ausgeschlossen. Er hatte keine Freunde, keinen einzigen Bekannten hier in Neuyork. Er war aus den Südstaaten hierher gekommen, weil er bestimmt gehofft hatte, mit seinen Kenntnissen und seinem liebenswürdigen Wesen in diesem ärmeren Viertel der Riesenstadt bald Patienten und einen bescheidenen Lebensunterhalt zu finden. Seine Hoffnungen blieben unerfüllt. In drei Monaten hatte er kaum so viel verdient,