Der Liebesteufel
Ich war fünfundzwanzig Jahre alt, Hauptmann in der Garde des Königs von Neapel. Wir lebten miteinander als gute Kameraden und wie junge Leute, das heißt mit Weibern und vom Spiel, solange das Geld reichte, und saßen philosophierend in unsern Quartieren, wenn wir nichts Besseres zu tun wußten. Eines Abends, als wir uns bei einer Flasche Cyperwein und einer Schüssel gerösteten Maronen über mancherlei Dinge müde geschwätzt hatten, kam das Gespräch auf die Kabbala und die Kabbalisten. Einer behauptete, sie sei eine wohlgegründete Wissenschaft; vier der Jüngsten wandten dagegen ein, sie sei eine Anhäufung von Albernheiten, eine Quelle von Spitzbübereien, und nur dazu da, leichtgläubige Leute zu betören und Kinder zu vergnügen. Der älteste von uns, ein geborener Flamländer, rauchte seine Pfeife und sprach kein Wort. Seine Gleichgültigkeit und sein zerstreutes Wesen fielen mir mitten in dem Gelärm, das uns betäubte, auf und hielten mich ab, an einer Unterhaltung teilzunehmen, in der zu wenig Sinn war, um mich zu fesseln. Wir befanden uns im Zimmer des Rauchers, die Nacht rückte vor, man ging auseinander; wir beide blieben allein zurück, mein älterer Kamerad und ich. Er rauchte phlegmatisch weiter, ich blieb stumm, die Ellbogen auf den Tisch gestemmt, sitzen. Schließlich brach mein Gegenüber das Stillschweigen. ›Junger Mann,‹ sagte er, ›Sie haben da viel Geschrei mit angehört. Warum