Chapter

Erstes Kapitel

Es war meist noch Nacht, da warf der Storch den Tau von sich und flog los. Mitten in der Heide lag ein klarer Pump der Bullerborn geheißen; da ließ er sich nieder. Die Nebelhexen verjagten sich, als der Adebarangebraust kam, und als ein heller Wind über die Heide lief und sie beiseite stieß, und als die Sonne über die Wohldstieg und sie scharf ansah, da gaben sie das Tanzen über dem Bullerborn auf und machten, daß sie in das Bruch kamen. Der Storch ging um den Born herum und nickte mit dem Kopfe. Fische gab es nicht in dem Wasser, dazu war es zu frisch, und Frösche erst recht nicht, denn dazu war es zu wild. Wer aber lange in den Born sah, in dem das Wasser immer um und um ging, daß der weiße Sand nur so mülmte, der wußte, was der Storch da suchte, und wenn der Pastor von Lichtelohe es auch einen Heidenschnack nannte, daß der Adebar aus dem Bullerborn die Seelen für die kleinen Kinder holen sollte, die Bauern wußten das besser. Als die Sonne so hoch stand, daß sie just in den Born hineinsehen konnte, nahm der Storch sich auf und flog über das Bruch und die hohe Heide und die Felder, bis er da war, wo er hergekommen war, auf dem Hehlenhof, der ganz allein für sich in seinem Hausbusche lag, so daß man vor lauter Eichen und Hülsenund Holderbüschen, die hinter der mächtigen Mauer aus Ortsteinen wuchsen, nichts von ihm sah, als den Herdrauch. Die Störchin stand auf, als der Storch

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