Jenseits Der Nebelberge
Die Nebelberge verdienten ihren Namen auf eine Weise, die Kael erst verstand, als er drei Tage lang durch sie hindurchgewandert war und keinen einzigen Blick auf den Himmel erhascht hatte. Der Nebel war nicht wie gewöhnlicher Dunst — er war dicht und fast greifbar, und manchmal glaubte Kael, Gesichter darin zu erkennen, verzerrte Züge, die ihn beobachteten und sofort zerflossen, wenn er den Blick darauf richtete.
Vyranthas Gewicht auf seinem Rücken war leichter geworden, und das war kein gutes Zeichen. Die Drachin, einst so groß, dass ihr Schatten ganze Dörfer bedecken konnte, hatte sich zusammengezogen, geschrumpft auf die Größe eines großen Hundes, als zöge sich ihr Wesen in sich selbst zurück wie eine Flamme, die nach innen brennt. Sie schlief die meiste Zeit, und wenn sie wach war, starrte sie Kael aus trüben Augen an, als versuche sie, sich an seinen Namen zu erinnern.
Am vierten Tag lichtete sich der Nebel, und Kael stand am Rand einer Schlucht, die so tief war, dass ihr Grund im Dunkel verschwand. Aber aus dieser Dunkelheit stieg Wärme auf — nicht die Wärme der Sonne oder eines Feuers, sondern eine ältere Wärme, die nach Kupfer und Schwefel roch und nach etwas, das er nicht benennen konnte, das aber jede Zelle seines Körpers als vertraut erkannte. Vyrantha hob den Kopf und öffnete zum ersten Mal seit Tagen die Augen vollständig. In ihren Pupillen tanzte ein winziger