Der leere Zettel - 1. Kapitel: Rosendornen
Rosendornen … Von den vielen exotischen Abenteuern, die mein Freund Harald Harst mit mir zusammen durchkämpfte, ist das des leeren Zettels vielleicht das spannendste. Wenn ich hier die Namen der unmittelbar Beteiligten ein wenig verändert wiedergebe, so geschieht dies lediglich aus Rücksicht auf jenes unglückliche Wesen, das in heldenhafter Aufopferung all die Fehler und Unzuträglichkeiten der ihr Nahestehenden zu vertuschen suchte. — Es war am letzten Juli. Wir hatten seit dem Fall Geraldine-Gerald (die Hand Gottes) nichts rechtes mehr zu tun gehabt. Vier Tage waren dahingegangen und diese Flaute hatten wir wirtschaftlich dazu benutzt, unsere Rosenbeete in Ordnung zu bringen. So auch am Vormittag dieses letzten Tages eines Sommermonats, der an Wetterkatastrophen aller Art so überaus reich gewesen. Wenn wir im Garten arbeiten, tragen wir eine Arbeitskluft, die praktisch, aber nicht gerade elegant ist. Harald hatte so gegen elf Uhr gerade die letzten drei Stämme La France in Behandlung, und ich widmete mich in gleicher Weise unseren Marschall Niel, als er plötzlich über die Beete hinweg mir zurief: »Aufhören!! Sofort! Hast du dich auch gestochen, mein Alter?« »Nein!« erklärte ich ohne langes Überlegen. Dann aber fiel mir das merkwürdige dieses halben Befehls und der nachfolgenden Frage doch auf und ich sprang mit drei Sätzen neben meinen Freund, der jetzt an seinem rechten