Anekdoten aus einer alten Stadt - Erster Band
Der lachende Roland Anekdoten aus einer alten Stadt – Erster Band – Gustav Kiepenheuer Verlag Berlin (1943) besitzt ein Einfamilienhaus mit einem wohlgeordneten blumenbunten Ziergarten davor und einem ertragreichen Obstgarten, dessen Ernte in Weckgläsern eingemacht wird, dahinter. Er hat eine ausgeprägte Freude an Erwerb und Besitz und liebt es nicht, sich den Genuß dieser Güter durch die berechtigten Lebensäußerungen allzu nahe gerückter Mitmenschen stören zu lassen. Infolgedessen hat er seine Stadt auf eine erstaunlich große Grundfläche gebaut und sie mit wunderschönen, das Auge erfreuenden und die Gesundheit fördernden Grünanlagen durchflochten und umgeben. Platz genug hat er dazu. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb– fügt diese Vielheit von Einzelwesen sich zu einem Gemeinwesen von großartiger, auf dieser Welt seltener Einhelligkeit. Der Bremer haftet an und in seiner Stadt mit einer leidenschaftlichen, unwandelbaren, seßhaften Liebe. Das hindert ihn indessen nicht, sich plötzlich nach irgendeinem entlegenen Weltteil aufzumachen und sich dort nachdrücklich als Kolonisator zu betätigen. Darin liegt durchaus kein Widerspruch. Denn: Der Bremer trägt im Blut das ewige Erbteil jener 6 aus ihren überschwemmten Höfen vertriebenen Bauern, die sich in grauer Vorzeit auf der dürren Weserdüne festgesetzt, ein Fischerdorf, eine Stadt, eine machtvolle Gebieterin der Hanse, einen