Chapter

Der Kuss von Sentze

In einem Waldwinkel liegen drei seltsame Häuser oder Schlösser. Das eine Haus liegt an dem Abhange eines Berges. Es ist aus einem rötlichen Steine erbaut, der hier und da eine sanfte Rosenfarbe hat, an dessen Ecken stehen große, runde Türme, und die Fenster und Tore haben den Rundbogen und sind mit einem schneeweißen Steine eingefaßt. Von dem Hause geht ein Garten nieder, der allerlei Bauwerk hat und in einer Art Verwüstung ist. Unterhalb des Gartens spaltet sich der Hauptberg in zwei Nebenberge, gleichsam zwei grüne Kissen, die gegen das Tal hinabgehen. Und auf der Wölbung dieser Kissen liegen die zwei ändern Häuser. Sie sind genau wie das obere gebaut, nur kleiner, und das eine ist ganz aus dem weißen Steine, das andere ganz aus dem roten. Diese drei Häuser heißen die Sentze. Das weiße heißt die weiße Sentze, das rote die rote Sentze und das obere die gestreifte Sentze. Sonst sind keine Häuser vorhanden. Rückwärts geht der Waldhang empor, vorwärts senken sich Bühel vollends hinab, zwischen ihnen und an ihren Seiten rauschen Bäche in die Tiefe, und unten ist das Tal mit Gebüsch erfüllt. Weiter draußen links, wenn man von den Sentzen kommt, beginnen die Häuser von Wermelin, das der Volksmund Werblin nennt. Von der alten Zeit sind die Nachrichten über die Häuser spärlich. Ein Mann soll einmal, da noch der wilde Wald war, die alte Burg gebaut haben. Er hatte zwei Söhne, die in

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